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Montag, 17. September 2012

Alltagspoesie

Die authentischsten Reime entstehen manchmal an einem Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit, denn dort begegnete ich heute erst einem Klärauto, dann einem Teerauto und zum Schluss noch einem Kehrauto. What a poetic monday!

Sonntag, 9. Oktober 2011

Herbst im Herzen

Als ich heute morgen erwachte, schien die Sonne vom strahlend blauen Himmel, und ich dachte: Fein, fein, ich reiß die Balkontür auf und lass' sie herein. Aber stattdessen wehte mir ein eisig kalter Wind entgegen, und mir wurde schmerzlich bewusst, dass die Sonne den Kampf gegen die Kälte und das frühe Dunkeln in diesem Jahr wohl nicht mehr wird gewinnen können. Und so kamen mir die folgenden Zeilen in den Sinn. Voilà - mein neuestes Herbstgedicht:

Herbst im Herzen

Parks sind leer,
die Sonne wärmt nicht mehr.

Ein kalter Hauch,
spürst du ihn auch?

Vorhänge dicht,
dahinter brennt Licht.

Regendurchnässt
hältst du mich fest,

nebelumhüllt
stehen wir still,

warten auf Wärme
in weiter Ferne.

Montag, 28. März 2011

Kultursüchtig?!

Ja, ich gebe es zu, ich brauche mindestens einmal im Monat Kabarett (wie guuuuut, dass es das Primetime Theater gibt!), ich will Konzerte besuchen, wild herumspringen, meine Lieblingslieder lauthals mitgrölen, danach einen Sticker für unsere Konzerte-Pinnwand in der Küche aussuchen und meine letzten Cent-Stücke für die neueste EP des Künstlers zusammenkratzen; ich finde literarische Lesungen spannend (selbst wenn es im Buch um die Probleme überreifer Männer geht), und ich liebe es, nach dem Schauen eines kritischen Dokumentarfilms über die Teilprivatisierung des Wassers noch stundenlang mit den anwesenden Experten über dessen Inhalt zu diskutieren, ich gehe zu Hörspiel-Krimi-Premieren und bin dabei, wenn das Theater des Westens am Tag der offenen Tür Headbanging-Workshops und Einblicke in die Proben und Inszenierung seines Musicals "We Will Rock You" gibt, ich sage nicht nein, wenn mich Benjamin von Stuckradt-Barre in seiner Late Night Show als Zuschauer im Publikum dabei haben möchte, lasse mir von Thilo Schmied erzählen, wo Depeche Mode in Berlin ihr Album "Some Great Reward" aufgenommen haben, und bin neuen kulinarischen Erlebnissen gegenüber immer aufgeschlossen. Ja, ich bin kultursüchtig, und nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass es etwas damit zu tun hat, dass ich im Job völlig unterfordert bin. ;o)

Sonntag, 20. März 2011

Wie wertvoll ist ein wohlgeformtes Wort?

Oder sollte ich besser fragen: Wie wirtschaftlich? Denn dass ein korrekt geschriebenes Wort oder gar ein ganzer in gutem Deutsch geschriebener Satz so viel schöner, sinnvoller und vor allem verständlicher ist als solche, die vor Fehlern nur so wimmeln, sollte doch eigentlich jedem halbwegs intelligenten Menschen klar sein, oder? Wer fehlerhafte Texte schreibt und sich dann auch noch die Blöße gibt, sie unkorrigiert zu veröffentlichen, hinterlässt bei seiner Leserschaft nicht nur (teilweises) Unverständnis, sondern auch Wut, das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, nicht wichtig zu sein. Ein schlecht geschriebener Text beleidigt nicht nur dessen Inhalt, sondern vor allem dessen Leser.

In unserem schönen Nachbarstaate, den Niederlanden, fühlen sich derzeit Fans der Fernsehserie "The Pacific" (Nachfolger des preisgekrönten "Band of Brothers") beleidigt, weil Warner Bros zwar ein Heidengeld in deren Realisierung gesteckt hat ("The Pacific" soll die teuerste TV-Serie sein, die je produziert wurde), die niederländischen Untertitel der unlängst erschienenen DVD jedoch offensichtlich von einem Praktikanten mit Rechtschreibschwäche anfertigen ließ. Jedenfalls waren diese so fehlerhaft, dass Käufer im ganzen Land empört sind und ihr Geld zurück verlangen.
Ich würde mich nicht als jemanden bezeichnen, der schnell eingeschnappt oder generell nachtragend ist, aber in letzter Zeit fühle auch ich mich häufig beleidigt. Das fängt an, wenn ich die Speisekarte im Café um die Ecke lese und mich zwischen Latte Macciato, Ruccola-Salat mit Creme freche und Cornet Beff entscheiden muss. Früher wurden Speisekarten noch von einem Schriftsetzer bearbeitet, der über eine fachmännische Ausbildung verfügte, die auch die korrekte Beherrschung der deutschen Rechtschreibung und Grammatik beinhaltete. Heute kann nicht nur jeder Wirt werden, es kann auch jeder Speisekarten schreiben und drucken. Das allein wäre ja nicht schlimm - wenn jene Wirte in der Lage wären, den Duden zu benutzen. Wozu werden Fremdwörter wie Latte Macchiato, Rucola, Crème fraîche oder Corned Beef überhaupt in den Duden übernommen, wenn sich eh niemand dafür interessiert, wie sie richtig geschrieben (geschweige denn ausgesprochen) werden? Ich für meinen Teil bin jedenfalls zum ersten Mal an diesem Tag beleidigt. Die zweite Beleidigung folgt auf dem Fuße - in der U-Bahn wird für allerlei Dinge geworben, in den U-Bahn-Stationen selbst auf großen Plakaten, und überall lauern Rechtschreibfehler, Kommafehler, Tippfehler. Es scheint, als verfolgten sie mich den ganzen Tag, wohin ich auch gehe und was ich auch lese - sei es in der Zeitung, in E-Mails von Vorgesetzten, selbst in deren Signaturen, in Arbeitsverträgen, Romanen, Museen, Untertiteln von Filmen, auf Amtsvordrucken und in Webforen sowieso. Sie sind hässlich, und sie beleidigen mich.
Am beleidigendsten sind jedoch fehlerhafte Texte sogenannter Texter, d.h. Menschen, deren Beruf es ist, Texte zu schreiben. Wie kann man sich Texter nennen, wenn man nicht weiß, dass es "mit einem wohlgeformten Wort" und nicht "mit einem wohlgeformtem Wort" heißt? Wie kann man sich Texter nennen, wenn man zu stolz oder faul oder was-weiß-ich-nicht ist, um seine eigenen Texte Korrektur lesen zu lassen - und zwar von jemandem, der den Titel "Texter" verdient hat? Warum muss ich mich regelmäßig vor irgendwelchen Möchtgern-Textern, die meine Texte Korrektur lesen, dafür rechtfertigen, dass ich ein Komma richtig setze, nur weil die der Meinung sind, da gehört keins hin? Wozu gibt es verdammt noch mal den Duden und die Deutsche Grammatik? Warum wird die Word Rechtschreibhilfe konsequent ignoriert? Warum muss man keine Rechtschreibprüfung ablegen, bevor man Germanistik studiert oder sich Texter nennen darf? Warum will niemand mehr in diesem Land Geld für gutes Deutsch und gute Korrektoren ausgeben? Warum gibt es keine Rechtschreibpolizei, die Bußgeldbescheide für fehlerhafte Rechtschreibung verteilt? Die Staatskasse wäre im Nu gefüllt und ich endlich nicht mehr beleidigt.

Traurig, aber wahr: Auch die Rechtschreibkontrolle ist kein Wertgegenstand (mehr) - nicht einmal in staatlichen Museen.

Mittwoch, 22. September 2010

Weise Worte eines Zwanzigjährigen...

Nun ja, ursprünglich stammen sie nicht von ihm, sondern von Herrn Remarque höchstpersönlich, und inzwischen ist er auch keine zwanzig mehr, sondern dreißig. Damals waren wir noch kein Paar, aber vielleicht haben seine Worte ja ein klitzekleines bisschen dazu beigetragen, dass wir es geworden sind. In jedem Fall waren es weise Worte, an denen ich euch nach über zehn Jahren teilhaben lassen möchte:

Es waren immer die kleinen Dinge, die Aufschluß gaben, nie die großen. Die großen lagen zu nahe der dramatischen Geste und der Verführung der Lüge.
Erich Maria Remarque, aus: "Drei Kameraden"

Montag, 19. Oktober 2009

Liebeserklärung an einen Superhelden

Aus gegebenem Anlass, nämlich dem Erscheinen von "Astro Boy: The Video Game" (ab morgen offiziell im Handel für Playstation, Nintendo DS, Wii usw.), möchte ich mich nun endlich einmal zu meinem Lieblingscomichelden Astro Boy äußern: Für alle, die Astro Boy nicht kennen - das ist so ein kleiner "vermenschlichter" Roboter, der in einem futuristischen Japan lebt und die Welt vor den Bösen und Ungerechten schützt.
Es gibt wirklich keinen Comic, der mich je so fasziniert hat, weil es zum einen Liebe auf den ersten Blick war (der Kleine sieht einfach zuuuuu knuddelig aus - auch wenn er mir in den neuen Filmen und im Videospiel nicht so gut gefällt wie in den Comics und der TV-Serie!) und ich zum anderen jedes Mal, wenn ich eins der unzähligen Astro Boy-Abenteuer lese, das Gefühl habe, mit meinem Wunsch nach einer friedlicheren und gerechteren Welt nicht mehr alleine zu sein. Dazu kommt, dass Astro Boy trotz seiner Superkräfte und Heldentaten nicht arrogant oder unnahbar wirkt. Im Gegenteil - er ist immer freundlich und hört nicht auf, an das Gute im Menschen zu glauben, obwohl er tagtäglich eines Besseren (bzw. in diesem Fall eher eines Schlechteren) belehrt wird.
Ich tue mich normalerweise sehr schwer damit, jemanden als "Idol" oder "Held" zu bezeichnen und mich hundertprozentig mit etwas zu identifizieren, auf das ich keinen Einfluss habe bzw. das völlig unabhängig von mir existiert, aber bei Astro Boy stimmt wirklich alles. Diesen kleinen Roboterjungen muss man einfach gern haben!


Dienstag, 31. März 2009

Aus meiner Gedichtetruhe - Untitled

Aus gegebenem Anlass (ich habe mit "Regen" den ersten Platz bei einem Songtext-Contest gewonnen) habe ich mal wieder mein altes Poesiebuch hervorgekramt und bin dabei auf ein Gedicht ohne Titel gestoßen, das ich irgendwann in meiner Studienzeit geschrieben habe (und das nebenbei bemerkt letztes Jahr bei einem Gedichtewettbewerb zum Thema "Angst" auch den ersten Preis gewonnen hat). Da ich dieses Gedicht noch nie veröffentlicht habe, möchte ich es heute mit euch teilen. Ich bin gespannt, was ihr so hineininterpretiert. Die "Auflösung" (also meine Gedanken beim Schreiben) erfahrt ihr weiter unten.

Schwarze Flut,
Regenzeit.
Wo komm ich her?
Bin ich bereit?
Dunkle Schatten,
Mauern der Angst.
Soll ich gestatten
was du verlangst?
Graue Facette,
Flügel gebrochen,
ich wünschte ich hätte
dich nie getroffen.

Ja, das ist es also - sehr düster, ich weiß. Dieses Gedicht war Teil meines ersten selbstgeschriebenen Romans und sollte ursprünglich die Angst des Protagonisten vor dem ersten Treffen mit seinem leiblichen Vater ausdrücken. Deshalb wollte ich es auch "Adoption" nennen. Da ich jedoch finde, dass jeder dieses Gedicht so lesen und verstehen sollte, wie es ihm persönlich sinnvoll erscheint, habe ich ihm keinen Titel gegeben.

Dienstag, 20. Januar 2009

(Pseudo-)Konstanten

Jeder Mensch hat ja gewisse Vorlieben, die sich eigentlich das ganze Leben über nicht mehr ändern. Dennoch musste ich im Verlauf der letzten Jahre feststellen, dass sich bei mir eine dieser "grundlegenden" Vorlieben komplett ins Gegenteil verändert hat: Früher (zu Schulzeiten) mochte ich nämlich die "Laber-Fächer" am liebsten... Sozialkunde, Ethik, Englisch... Aber durch die Uni hat sich dieses Bild mittlerweile doch etwas verändert, und ich würde behaupten, dass ich inzwischen den konkreten Wissenschaften mehr zugetan bin. Selbst innerhalb der "Laber-Wissenschaften" (ergo: Geistes- und Sozialwissenschaften) kann ich mich mehr für "greifbare" Dinge wie Grammatikkonzepte, Sprachverarbeitungs- mechanismen usw. begeistern als für (weitgehend) zielloses Geschwafel über interkulturelle Kompetenz oder Interpretationen irgendwelcher Dramen von Goldoni. Manchmal lohnt es sich nämlich einfach nicht zu diskutieren, weil viele Leute so sehr in ihrer Meinung festgefahren sind, dass es sie gar nicht interessiert, was man zum Thema zu sagen hat. Bei den Natur- und Strukturwissenschaften hingegen hat man wenigstens etwas Handfestes: 1+1 ist überall zwei!
Aber vielleicht hat das Ganze auch gar nichts mit der Präferenz bestimmter Wissenschaftszweige zu tun, sondern lediglich mit meiner veränderten Lebenssituation. Früher war ich mit Sicherheit rebellischer, bin häufiger angeeckt, war mutiger. Aber je häufiger man anderen und manchmal auch sich selbst widerspricht, an Zielen scheitert oder im Übermut Dinge zerstört, die einem etwas bedeuten, d.h. je mehr man aus seinen Fehlern lernt und den Weltenlauf versteht, desto vorsichtiger und auch ruhiger wird man. Früher sollte immer alles spannend und neu sein. Heute hingegen bin ich froh, wenn ich es geschafft habe, eine Freundschaft ein weiteres Jahr aufrecht zu erhalten, wenn ich nach Hause kommen, meine Gitarre packen und zum 943624315438593. Mal mein Lieblingslied spielen kann oder wenn ich das vertraute Rascheln im Kaninchenauslauf zu meiner Linken höre. Den Elan, den ich früher dafür aufgewendet habe, neue Dinge auszuprobieren, verwende ich mittlerweile eher dafür, die Dinge, die mir lieb sind, zu bewahren.
Ja, wahrscheinlich bin ich einfach nur in den Gedanken verliebt, eine gewisse Konstanz in meinem Leben zu wahren... und wenn diese Konstanz nur daraus besteht, dass 1+1 zwei ist und das immer so bleiben wird... Meine (neue) Vorliebe für die konkreten Wissenschaften ist also vermutlich einfach nur eine Abstraktion meiner (neuen) Vorliebe für Konstanz - wobei die Konstanten, die ich meine, in Wirklichkeit natürlich keine Konstanten sind. Und dennoch wirken sie irgendwie beruhigend...
Okay, jetzt bin ich hier schon wieder philosophisch geworden. Das viele Lernen für meine allerletzte Prüfung regt anscheinend den Geist an, hehe. Eine gewisse Affinität zu den Geisteswissenschaften scheint bei mir also doch noch vorhanden zu sein...


Freitag, 11. April 2008

Immer schön positiv denken!

Einsamkeit = Selbsterfahrung
Falten = Lebenserfahrung
Fehler = Chance
Kritik = Verbesserung
Makel = Persönlichkeitsmerkmal
Problem = Herausforderung
Selbstkritik = Mut
Trauer = Gefühle
unvollkommen = besonders
Veränderung = Weiterentwicklung
Verletzlichkeit = Offenheit
Versagen = Neuanfang

(geklaut von DM: Lexikon des Selbstbewusstseins)

Freitag, 2. November 2007

Leute gibt's...

Welcher Mensch würde 16.000 Euro ablehnen, wenn man sie ihm schenken wollte?

Jeroen Brouwers zum Beispiel!

Der sollte dieses Jahr von der Niederländischen Sprachvereinigung (Nederlandse Taalunie) den "Prijs der Nederlandse Letteren", den wohl wichtigsten niederländischen Literaturpreis, bekommen, der mit 16.000 Euro dotiert ist und nur alle 3 Jahre vergeben wird. Er lehnte ihn aber ab. Grund: Der Betrag war ihm zu niedrig.

Andere niederländische Literaturpreise sind nämlich mit wesentlich mehr Geld verbunden: So bekommt der Gewinner der Goldenen Eule (Gouden Uil) 25.000 Euro, der Gewinner des AKO Literatuurprijs und auch der des Libris Prijs 50.000 Euro, und der Gewinner des P.C. Hooftprijs sogar 60.000 Euro.