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Samstag, 3. Oktober 2009

Beleidigung oder Kompliment?

Als ich heute von meiner Mama zurück in die Stadt lief, sprach mich auf Höhe der Agentur für Arbeit eine junge Studentin an und fragte mich: "Entschuldigung, bist du auch Erstsemester?"
Ich fragte noch einmal nach, weil ich glaubte, mich verhört zu haben, doch sie meinte das wohl wirklich ernst. Nachdem ich ihr dann erklärt hatte, wo ich die Seidelstraße vermutete (das wollte sie nämlich wissen), setzte ich meinen Weg mit einem dicken Grinsen fort. Vor nicht allzu langer Zeit hätte ich die Frage "Bist du auch Ersti?" vermutlich als große Beleidigung empfunden, aber mittlerweile nehme ich das als riesengroßes Kompliment! Scheint die Antifaltencreme also doch zu wirken...

Dienstag, 20. Januar 2009

(Pseudo-)Konstanten

Jeder Mensch hat ja gewisse Vorlieben, die sich eigentlich das ganze Leben über nicht mehr ändern. Dennoch musste ich im Verlauf der letzten Jahre feststellen, dass sich bei mir eine dieser "grundlegenden" Vorlieben komplett ins Gegenteil verändert hat: Früher (zu Schulzeiten) mochte ich nämlich die "Laber-Fächer" am liebsten... Sozialkunde, Ethik, Englisch... Aber durch die Uni hat sich dieses Bild mittlerweile doch etwas verändert, und ich würde behaupten, dass ich inzwischen den konkreten Wissenschaften mehr zugetan bin. Selbst innerhalb der "Laber-Wissenschaften" (ergo: Geistes- und Sozialwissenschaften) kann ich mich mehr für "greifbare" Dinge wie Grammatikkonzepte, Sprachverarbeitungs- mechanismen usw. begeistern als für (weitgehend) zielloses Geschwafel über interkulturelle Kompetenz oder Interpretationen irgendwelcher Dramen von Goldoni. Manchmal lohnt es sich nämlich einfach nicht zu diskutieren, weil viele Leute so sehr in ihrer Meinung festgefahren sind, dass es sie gar nicht interessiert, was man zum Thema zu sagen hat. Bei den Natur- und Strukturwissenschaften hingegen hat man wenigstens etwas Handfestes: 1+1 ist überall zwei!
Aber vielleicht hat das Ganze auch gar nichts mit der Präferenz bestimmter Wissenschaftszweige zu tun, sondern lediglich mit meiner veränderten Lebenssituation. Früher war ich mit Sicherheit rebellischer, bin häufiger angeeckt, war mutiger. Aber je häufiger man anderen und manchmal auch sich selbst widerspricht, an Zielen scheitert oder im Übermut Dinge zerstört, die einem etwas bedeuten, d.h. je mehr man aus seinen Fehlern lernt und den Weltenlauf versteht, desto vorsichtiger und auch ruhiger wird man. Früher sollte immer alles spannend und neu sein. Heute hingegen bin ich froh, wenn ich es geschafft habe, eine Freundschaft ein weiteres Jahr aufrecht zu erhalten, wenn ich nach Hause kommen, meine Gitarre packen und zum 943624315438593. Mal mein Lieblingslied spielen kann oder wenn ich das vertraute Rascheln im Kaninchenauslauf zu meiner Linken höre. Den Elan, den ich früher dafür aufgewendet habe, neue Dinge auszuprobieren, verwende ich mittlerweile eher dafür, die Dinge, die mir lieb sind, zu bewahren.
Ja, wahrscheinlich bin ich einfach nur in den Gedanken verliebt, eine gewisse Konstanz in meinem Leben zu wahren... und wenn diese Konstanz nur daraus besteht, dass 1+1 zwei ist und das immer so bleiben wird... Meine (neue) Vorliebe für die konkreten Wissenschaften ist also vermutlich einfach nur eine Abstraktion meiner (neuen) Vorliebe für Konstanz - wobei die Konstanten, die ich meine, in Wirklichkeit natürlich keine Konstanten sind. Und dennoch wirken sie irgendwie beruhigend...
Okay, jetzt bin ich hier schon wieder philosophisch geworden. Das viele Lernen für meine allerletzte Prüfung regt anscheinend den Geist an, hehe. Eine gewisse Affinität zu den Geisteswissenschaften scheint bei mir also doch noch vorhanden zu sein...


Mittwoch, 1. Oktober 2008

Schönsehen statt schönreden

Gestern Nacht im Traum erschien mir eine weise Fee und flüsterte mir ins Ohr, dass ich versuchen solle, die schönen Dinge zu sehen statt mir die Dinge schönzureden, und genau das tu ich jetzt.

HERBST

Gibt es an dem überhaupt etwas Schönes? Ich habe bei meinem Spaziergang von Winzer-L.A. in die Stadt (hatte vergessen, meinen Studi-Fahrausweis rechtzeitig zu verlängern) darüber nachgedacht, und mir sind 3 Dinge eingefallen... 3 Dinge, die am Herbst wirklich schön sind:

1. die buntgefärbten Bäume und v.a. der rote Wein bei meiner Mama im Garten
2. mit Winterstiefeln durch's hohe Laub zu rascheln
3. die Zeitumstellung (eine Stunde länger schlafen, juchuh!)

Fällt euch noch mehr ein?

Mittwoch, 27. Februar 2008

Nicht, dass ich ein großer Microsoft-Fan wäre...

...aber man wird doch wohl noch erwarten können, dass auf den Uni-Computern in der ThULB Word installiert ist und nicht nur so'n doofer Word-Viewer! So'ne Megarotze habe ich echt lange nicht mehr erlebt. Als ob sich jeder Student einen Laptop leisten könnte. Ich meine, wie soll man denn bitte eine Hausarbeit oder einen Praktikumsbericht oder gar eine Magisterarbeit schreiben, wenn man keine Möglichkeit hat, in der Bibliothek zu schreiben? Ich verspüre gerade den starken Wunsch, dem Menschen, der sich das ausgedacht hat, so richtig in den Arsch zu treten, jawoll!

Dienstag, 15. Januar 2008

*juchuuuuuh*, *yippiehjay*, *jauchz*, *freu*, *hurra*, *jubel*, *strahl*, *Freudentanzaufführ*

Gesendet: Dienstag, 15. Januar 2008 16:41
Betreff: AW: Hausarbeit Raddoppiamento sintattico

Liebe Frau B.,
die Arbeit ist bereits durchgesehen, und Sie können sie samt Schein bei Frau W. abholen.
Beste Grüße, R. S.

Dienstag, 20. November 2007

Heute im Kopierraum der Uni-Bibliothek...

Ich stand nichts ahnend am Kopierer, als zwei etwa 20jährige Studentinnen der Generation Porno (so nenne ich solche Mädchen!) hereinkommen und den zweiten Kopierer in Beschlag nehmen.

BL = Blondine
BR = Brünette
AS = aufgebrachter Student

BL: Und... was is' jetzt eigentlich mit dem Typen von Freitag?
BR: Was'n für'n Typ?
BL: Na der, den du abgeschleppt hast.
BR: Ich hab doch keinen abgeschleppt.
BL: Na ich weiß ja nich'. Für mich sah das echt eindeutig aus.
BR: Hm ja, naja, hast recht, war ganz okay.
BL: Fandst du den gut? [skeptischer Blick]
BR: Hm, ging so. Also eigentlich hatte ich es ja auf 'nen anderen abgesehen.
BL: Echt? Wen denn?
BR: Ach naja, ich glaub, den kennst du nich'. So einer mit längeren Haaren. Erik heißt der.
BL: Ach, der?! Aber...
BR: Ja, ich weiß, der hat ne Freundin. Ich hab ihn ziemlich heftig angeflirtet, und dann hab ich so zu ihm gesagt: "Du hast doch bestimmt ne Freundin." Und er so: "Ja, na und?"
BL: Eben, was kümmert's dich?
BR: Weiß nich', nee, das war mir zu doof.
BL: Und dann hat dich der andere Typ angemacht?
BR: Ja, ach weißte, mir war das egal, Hauptsache bisschen Spaß.
BL: Ihr seid auch ziemlich schnell abgehauen...
BR: Nee, wie sind nur rausgegangen, haben ewig auf der Treppe am Eingang gesessen und... naja.
BL: Geknutscht!
BR: Spaß muss sein! Und du? Du willst mir doch nicht erzählen, dass du dir an dem Abend gar nichts geleistet hast.
BL: Doch, ich hab gekotzt!
BR: Echt? Wo?
BL: Genau am Eingang, wo ihr gesessen habt.
BR: Iiiiih, na hoffentlich erst nach um drei!
BL: Ich glaub schon...
AS: [stürmt herein und guckt grimmig] Ey Mädels, ich will ja nich' meckern, aber man hört da draußen alles, was ihr sagt!
BL: Oh Shit.
BR: Spießer, ey.

Montag, 17. September 2007

Wegen zwei blöder Buchstaben...

...habe ich heute einen ganzen Tag VERSCHENKT! Ich wollte in meine Hausarbeit eine Notation für "kurzer Vokal + kurzer Konsonant" einfügen. Diese Notation besteht aus den Buchstaben V (vocal) und C (consonant) mit so'nem Breve-Zeichen drüber, also so'ner Art Schüssel (Kreis, der oben offen ist). Es gibt ne Menge Zeichen, die es standardmäßig mit dem Breve gibt, z.B. G und a, also dann Ğ und ă. Nur ein V und ein C gibt es nicht mit Breve! Nachdem ich das endlich einsehen musste, wollte ich die Buchstaben selbst erstellen mit Hilfe von Fontlab. Das Problem war nur, dass ich die Zeichen zwar so hinbekommen hab wie ich sie brauche, aber das Speichern einfach nicht klappte. Ich war echt stinksauer! Weder das Handbuch noch diverse Internetforenbeiträge haben mich weitergebracht. Und ein ordentliches Tutorial gibt es auch nicht! Die Buchstaben als Grafiken einzufügen sah megabescheuert aus. Ich war absolut ratlos! Aber zum Glück habe ich ja einen Informatiker in der (zukünftigen) Familie, und der bewerkstelligte dann auch mit drei Klicks das Speicherproblem in Fontlab (nach fünf Stunden, in denen ich versuchte, das Problem alleine zu lösen). Ich traute meinen Augen kaum, aber nun habe ich meine Buchstaben endlich im Word und sowohl eine Breve- als auch eine Makronversion (mit so'nem Längestrich obendrauf) von V und C! Falls die also mal jemand braucht, sagt mir Bescheid!

Mittwoch, 12. September 2007

Hey! Heute ist wieder einer der verdammten Tage...

...die ich kaum ertrage und mich ständig selber frage, warum ich mich mit dieser Hausarbeit plage, die eh nie jemand lesen wird außer meinem völlig antiquierten Prof, dem man es sowieso nicht recht machen kann. Seit halb elf bin ich auf den Beinen, naja, genauer gesagt sitz ich eigentlich nur rum (vor dem blöden Computer halt) und mache nur Scheiß. Okay, nein, das stimmt nicht - ich habe gefrühstückt (Milupa Milchbrei Schoko ab dem 6. Monat), gefolgt von Magengrummeln und Dünnschiss (die armen Babys, die keine Wahl haben!), und ich habe das Geschirr zur Hälfte abgewaschen. Ja, ich habe abgewaschen, um mich vor der blöden Hausarbeit zu drücken. Geht's noch? Außerdem müsste ich noch diesen Herrn Trapka anrufen, aber - Telefonangst lässt grüßen - ich kann mich einfach nicht überwinden. Werde diese Arbeit morgen einfach auf jemand anders abwälzen. So, nun sag mir mal bitte einer, wie ich mich dazu motivieren kann, den nächsten Abschnitt zu schreiben! Schokolade ist fast alle... Mir fällt auch kein schönes Lied ein, das ich hören könnte, um bessere Laune zu bekommen. Außerdem ist mir kalt. Ich hasse September und alle nachfolgenden Monate bis April! Oh Gott, bloß nicht dran denken. Denk an was Schönes, Vero! Denk ans Meer, an Stephans weiche Haut, an heiße Schokolade, an Pizza Funghi, an einen riesengroßen Schmatzer auf Stephans süße Nase, an Obelix und Idefix, wie sie die Luft anhalten, an das Video von "Pop! Goes My Heart"... Ok, geschafft! Ich bin bereit - für den Ursprung des Raddoppiamento sintattico. Amen.